Bild eines Netzwerksteckers mit Glasfasern im Hintergrund.

Internet für Ihr Projekt planen – das sollten Sie beachten

Damit Ihr Projekt zuverlässig online bleibt, zeigen wir Ihnen hier die wichtigsten Internet-Verbindungsarten und Ihre Eigenheiten.

Damit Ihr Projekt mit einer zuverlässigen Internet-Leistung online bleibt, zeigen wir Ihnen hier die wichtigsten Internet-Verbindungsarten und ihre Eigenheiten.

Das Prinzip „always-on“ hat die Art, wie wir arbeiten, seit den 2000er-Jahren grundlegend verändert. Es meint, dass eine permanente Internetverbindung für Anwendungen als gegeben vorausgesetzt wird. Heute gilt das Prinzip mehr denn je. Daher ist es besonders wichtig, Projekt- und Veranstaltungs-Internet sorgfältig zu planen. In diesem Artikel finden Sie einen Überblick zu den wichtigsten Verbindungsarten. Für Ihre Projekte planen wir die Internet- und WLAN-Verbindung natürlich gerne vollumfänglich für Sie.

Damals wurde ein E-Mail-Programm wie Outlook installiert. Heute gehen wir zum Abrufen unserer E-Mails auf eine Webseite. So ist es mit unzähligen anderen Anwendungen auch. Und selbst installierte Programme oder Apps benötigen ständig einen Internetzugriff. Sei es zur Synchronisation, für Updates oder für die Verbindung mit anderen Nutzern. Alles passiert bequem im Hintergrund – solange die Internetverbindung aktiv ist. Und hier ist der „Flaschenhals“.

Beim Strom wissen wir: aus der Steckdose kommen 230 V – Stecker hineinstecken und Gerät geht an. Beim Internet ist es ganz anders. Wenn für eine Veranstaltung, ein Projekt oder einen Livestream Internet benötigt wird, reicht das reine Vorhandensein eines Internetanschlusses nicht aus. Denn das kann bedeuten, dass es „WLAN mit 2 Mbit/s Download“ oder „Glasfaser mit 1000 Mbit/s Download“ gibt. Und was ist erst mit dem Upload?

Asynchrone Leitungen: Der Upload ist oft langsamer

Die meisten Internetverbindungen sind asynchron. Das heißt, das Herunterladen von Daten ist schneller als das Hochladen. Da die meisten Menschen mehr Daten herunterladen als hoch, deckt das den Bedarf der meisten Nutzer ab und spart den Providern Geld. Wenn Sie also z. B. die Aussage erhalten, dass es an einem Standort Internet mit 50 Mbit/s gibt, dann sagt das nur etwas darüber aus, wie schnell sie herunterladen können. Die Geschwindigkeit für das Hochladen dürfte so bei 10 Mbit/s liegen – also viel weniger. Gerade wenn Sie Veranstaltungs-Internet planen, sollte die Kapazität des Uploads berücksichtigt werden.

Latenz: Weniger ist mehr

Die Latenz beschreibt die Zeitspanne, die eine einzelne Datenanfrage benötigt, um von der Gegenstelle beantwortet zu werden. Für Datendownloads oder für das Surfen im Internet ist das eher zweitrangig. Für Echtzeitanwendungen, wie z. B. Telefonie, Video-Meetings oder Livestreams, ist die Latenz von entscheidender Bedeutung. Schließlich muss eine Bewegung im Bild oder ein gesprochener Laut immer sofort auf der Gegenseite wiedergegeben werden. Verzögerungen werden ansonsten als Störungen oder „Ruckler“ wahrgenommen. Was bedeutet Latenz bei WLAN und Latenz im Internet? Die Antwort ist einfach: Je niedriger die Latenz, desto besser die Echtzeitkommunikation.

Latenzmessung im Internet

Um die Latenz im Internet zu bestimmen, wird oft eine Latenzmessung via Speedtest durchgeführt. Dieser misst die Latenzzeit (den sogenannten Ping Wert), die ein Datenpaket benötigt, um von einem Punkt zum anderen und zurückzugelangen. Ein niedriger Ping ist besonders wichtig für Anwendungen, die eine Echtzeitkommunikation erfordern (z. B. Streams oder Telefonate).

Die niedrigste Latenz hat Glasfaser

Glasfaserverbindungen bieten in der Regel einen hohen Daten-Durchsatz und eine sehr niedrige Latenz, was sie ideal für Echtzeitanwendungen macht. Die Glasfaser-Latenz ist meist deutlich geringer als bei herkömmlichen Kupferleitungen oder anderen Technologien. Daher wird Glasfaser häufig für Projekte bevorzugt, bei denen eine stabile und extrem latenzarme Internetverbindung entscheidend ist.

Latenzanforderungen für verschiedene Anwendungen

Die benötigte Latenz für eine Anwendung hängt stark von deren Natur ab. Hier sind einige Beispiele:

  • Webbrowsing und E-Mail: Für das Surfen im Internet und E-Mail-Verkehr ist die Latenz weniger kritisch. Hier reicht eine Latenz von bis zu 100 ms völlig aus, da es nicht auf Echtzeit ankommt.
  • Online-Gaming: Bei Online-Spielen ist die Latenz sehr wichtig, da Verzögerungen direkt die Spielerfahrung beeinträchtigen. Eine Latenz von unter 50 ms ist hier ideal. Latenzen über 100 ms können zu merklichen Verzögerungen führen, die den Spielspaß mindern.
  • VoIP (Voice over IP): Für Internet-Telefonie sind Latenzen unter 150 ms akzeptabel. Alles darüber kann zu merklichen Verzögerungen und einer unnatürlichen Gesprächsführung führen.
  • Videokonferenzen: Hier sollte die Latenz ebenfalls unter 150 ms liegen, um eine flüssige Kommunikation zu gewährleisten. Höhere Latenzen können zu Sprechpausen und Überlappungen führen.
  • Livestreaming: Beim Livestreaming von Veranstaltungen oder Videos ist eine niedrige Latenz wichtig, besonders wenn eine Interaktion mit dem Publikum stattfindet. Latenzen von unter 50 ms sind ideal.
  • Reaktionszeiten des Menschen: Zum Vergleich – die durchschnittliche Reaktionszeit eines Menschen liegt bei etwa 250 ms. Alles, was darüber hinausgeht, wird als Verzögerung wahrgenommen. Daher sind Latenzen von unter 250 ms allgemein als akzeptabel anzusehen, jedoch gilt: Je niedriger, desto besser.

Geteilte Bandbreite: Risiken durch Leistungsschwankungen

Aus gutem Grund liest man bei Angaben zur Internet-Bandbreite oft Angaben wie „bis zu“. Das liegt daran, dass die Internetprovider meistens ihre verfügbare Kapazität auf alle Kunden aufteilen. Als Grundlage wird von einer Durchschnitts-Nutzung ausgegangen. Das kann zu Schwankungen bei der Geschwindigkeit und der Latenz führen, wenn diese Durchschnitts-Nutzung überschritten wird. So kann die Bandbreite bei LTE einbrechen, wenn sich bei Events sehr viele Menschen an einem Ort befinden. Oder die Kabel-Bandbreite sinkt deutlich ab, wenn am Abend viele Nutzer zu Hause sind und Filme streamen. Im Ergebnis hat man bei Verbindungen mit einer geteilten Bandbreite oft keine gute Erwartbarkeit der verfügbaren Bandbreite zu einem bestimmten Zeitpunkt.

WLAN: Die letzten Meter

Das Internet kommt für gewöhnlich über einen Router oder ein Modem an den jeweiligen Standort. Von dort aus muss es an die Nutzer verteilt werden. Entweder per Netzwerkkabel oder per WLAN. Dieses lokale Netz muss entsprechend performant sein und die Datenpakete von den Endgeräten mindestens mit der gleichen Geschwindigkeit durchleiten, die auch am Internetanschluss anliegt. Ansonsten entsteht ein „Flaschenhals“ und eine schnelle Internetverbindung bringt einem nichts, weil die Daten im lokalen Netz, sozusagen auf den letzten Metern, ausgebremst werden. Besonders im Business- und Industrieumfeld ist das von besonderer Bedeutung, da speziell das WLAN bei einer hohen Auslastung oft eine Schwachstelle ist.

Die Verbindungsarten in der Übersicht

Anders als die Provider in Ihren Werbeversprechen geben wir hier eher konservative Werte an. Wir möchten mit dieser Tabelle eine Übersicht über die Bandbreiten geben, die Sie realistisch erwarten können.

Verbindungsart Beständigkeit Verbindung Bandbreite (Mbit/s) Latenz (ms) Preisintensität
VDSL Dediziert
(leicht schwankend)
Kabel bis zu 250 (Down)
bis zu 50 (Up)
20 – 40 Günstig
Kabelinternet Geteilt
(stark schwankend)
Kabel 100 – 1.000 (Down)
40 – 250 (Up)
15 – 40 Günstig
Glasfaser Dediziert
(gleichbleibend)
Kabel bis zu 1.000 (Down)
bis zu 250 (Up)
3 – 15 Hoch
Mobilfunknetze
(3G, 4G, 5G)
Geteilt
(stark schwankend)
Drahtlos bis zu 200 (Down)
bis zu 60 (Up)
30 – 50 Variiert
Satelliten-Internet Geteilt
(leicht schwankend, standortunabhängig)
Drahtlos bis zu 200 (Down)
bis zu 50 (Up)
30 – 50 Mittel
Richtfunk-Verbindungen
(benötigt eine Gegenstelle)
Dediziert
(gleichbleibend)
Drahtlos bis zu 10.000 (Down)
bis zu 10.000 (Up)
4 – 6 Hoch
Bonding
(Verbindungs-Mix)
Ausbalanciert
(gleichbleibend)
Kabel/Drahtlos bis zu 500 (Down)
bis zu 500 (Up)
30 – 40 Mittel

 

Spezialfall Bonding

Beim Bonding werden mehrere Signale miteinander kombiniert, um eine besonders hohe Geschwindigkeit oder Ausfallsicherheit zu gewährleisten. So können z. B. mehrere LTE-Verbindungen, die für sich jeweils 30 Mbit/s im Download bereitstellen, auf 70 – 90 Mbit/s bündeln. Schwankungen in einzelnen Verbindungen werden somit ausgeglichen und selbst der Ausfall einer Verbindung kann somit abgefangen werden, ohne dass man als Nutzer etwas davon mitbekommt. Wenn eine geringe Latenzzeit wichtig ist, zum Beispiel beim Livestreaming, können auch alle Daten gleichzeitig, parallel über die verfügbaren Leitungen versandt werden. Man verbessert somit die Latenz, da Paketverluste fast vollständig verhindert werden. Weitere Informationen zum Bonding finden Sie in unserem Blogartikel.

Für das Bonding benötigt man zusätzlich zu den Internetverbindungen noch einen Bonding-Tunnel, wie wir ihn bei Eventnet anbieten.

Die Anwendungen

Wenn Sie Veranstaltungs-Internet planen, lohnt es sich zu prüfen, welche Internetverbindung infrage kommt. Diese Tabelle gibt einen groben Überblick. Je nachdem wie kritisch die Verbindung für das Projekt ist, lohnt sich eine Beratung im Vorfeld.

Anwendung Kriterien Verbindungen
Privat Günstig DSL, Kabel
Business Dediziert, mittlere Bandbreite DSL, Glasfaser, Bonding
Gästenetz Hohe Bandbreite Glasfaser, Satellit, Bonding
Streaming Geringe Latenz Glasfaser, Richtfunk, Bonding

 

Kabelinternet ist oft unzuverlässig

Von Kabelinternet raten wir im professionellen Umfeld meistens ab, denn hier kommen mehrere Risikofaktoren zusammen. Zum einen ist die Bandbreite stets davon abhängig, wie viele Nutzer in den umliegenden Haushalten und Unternehmen gerade gleichzeitig im Netzwerk online sind. Außerdem neigen Anbieter wie (einer beginnt mit einem „V“) dazu, mehr Nutzer auf einen Verteiler zu schalten, als eigentlich gut wäre. Das passiert, um Geld zu sparen, wirkt sich aber auf die Zuverlässigkeit der Verbindung aus. Es kommt in der Folge oft zu starken Schwankungen oder sogar Ausfällen.

Die richtigen Fragen bei Veranstaltungen oder Projekten

Wenn Sie eine Veranstaltung oder ein Projekt planen, bei dem Sie Internet benötigen, lohnt es sich, die richtigen Fragen zu stellen. Meistens erhält man nur die Aussage „Es gibt Internet“ oder „WLAN ist vorhanden“. Das sagt allerdings nichts über die Qualität, die Bandbreite oder die Zuverlässigkeit der Leitung aus.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Welche Art von Internet liegt an (Kabel, Glasfaser, …)?
  • Wie hoch sind die Download- und Uploadgeschwindigkeiten?
  • Gibt es eine Backup-Leitung oder nur eine einzelne Leitung?
  • Für wie viele Geräte ist das WLAN ausgelegt?

Wir hoffen, dass wir mit dieser Übersicht einen kleinen Einblick in die Eigenschaften und Besonderheiten der verschiedenen Verbindungsarten geben konnten. Somit haben Sie eine Grundlage für die Vorbereitung ihrer nächsten Veranstaltung oder ihres Projektes, bei dem Internet als Basis für digitale Dienste benötigt wird.

Wenn Sie Veranstaltungs-Internet planen, beraten wir Sie gerne für Ihr Projekt: Sprechen Sie uns gerne an.