Festival-Netzwerk planen: Warum Ihr Event drei getrennte Netz-Zonen braucht

Detailreicher Lageplan eines Festivalgeländes zur Planung des Festival-Netzwerks.

Der Headliner spielt – die Kassen stehen still. Das passiert, wenn die Netzplanung fehlt.

Stellen Sie sich vor: Die Besucher feiern vor der Hauptbühne eines Open-Air-Festivals, der Headliner legt los – und an den Getränkeständen geht plötzlich nichts mehr. Keine Kartenzahlung, kein Cashless-System. Die Schlangen wachsen, die Stimmung kippt und der Umsatz schmilzt. Ein Albtraum für jeden Veranstalter – aber kein unwahrscheinliches Szenario, wenn das Festival-Netzwerk nicht professionell geplant wurde.

Ihr Netzwerk-Team prüft das Netz: Alles läuft. Aber wenn Payment, Gäste-WLAN und Backstage im gleichen Netz hängen, kann niemand sagen, wo das Problem liegt.

Die Lösung: Wer ein Festival-Netzwerk planen will, kommt an einer klaren Segmentierung in drei getrennte Netz-Zonen nicht vorbei – für Sicherheit, Performance und schnelle Problemlösung auf Festivals jeder Größe.

Warum Segmentierung die Basis jeder Festival-Netzplanung ist

Wenn auf Großveranstaltungen von Netzwerk-Segmentierung die Rede ist, denken viele Veranstalter zuerst an Bandbreite: „Wir teilen die Leitung auf, damit für jeden genug da ist.” Das ist nicht falsch, aber es ist nur ein Drittel der Wahrheit. Wer ein Netzwerk für sein Festival richtig planen will, muss drei Säulen gleichzeitig im Blick haben:

Sicherheit: Verschiedene Zonen, verschiedene Regeln

Verschiedene Bereiche eines Festivals haben grundlegend verschiedene Sicherheitsanforderungen. In einem Gäste-Netz müssen tausende fremde Endgeräte strikt voneinander isoliert werden – kein Besucher soll das Smartphone eines anderen Menschen sehen oder erreichen können. Im Backoffice-Netz dagegen ist genau das Gegenteil gefragt: Mitarbeiter müssen auf gemeinsame Drucker, Dateifreigaben und interne Systeme zugreifen können.

Wenn beides im selben Netz läuft, hat man die Wahl zwischen unsicher und unbenutzbar. Segmentierung löst diesen Widerspruch – und gehört deshalb ganz an den Anfang der Netzplanung. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt in seinem IT-Grundschutz-Kompendium ausdrücklich die Segmentierung von WLAN-Netzen – mit getrennten Zonen für unterschiedliche Nutzergruppen und Anwendungen.

Performance: Jede Zone braucht andere Netzwerk-Ressourcen

Ein Kassensystem benötigt keine hohe Bandbreite, aber eine absolut stabile, unterbrechungsfreie Verbindung. Ein Gäste-WLAN benötigt viel Bandbreite, verträgt aber kurze Aussetzer. Und ein Backoffice-Netz liegt dazwischen.

Ohne Segmentierung konkurrieren alle Dienste um dieselben Ressourcen. Auf dem Festivalgelände eines Open-Air-Events wie dem Wacken Open Air oder dem Hurricane Festival mit zehntausenden Fans bedeutet das: Der Instagram-Upload der Besucher kann im schlimmsten Fall eine Kartenzahlung ausbremsen. Dieses Risiko lässt sich durch eine durchdachte Netzplanung von Anfang an vermeiden.

Fehler-Eindeutigkeit: Warum gute Netzplanung im Ernstfall Minuten spart

Das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Wenn ein Payment-Terminal auf dem Festival nicht funktioniert und das Netz sauber segmentiert ist, lässt sich innerhalb von Minuten feststellen: Liegt es am Netz oder am Endgerät?

Anderenfalls beginnt eine aufwendige Fehlersuche. Der Kassenbetreiber sagt: „Das Internet ist defekt.” Das Netzwerk-Team sagt: „Bei uns läuft alles.” Und bis die Ursache gefunden ist, stehen die Kassen still – und das kostet bares Geld. Wer das Festival-Netzwerk von Anfang an segmentiert plant, vermeidet genau dieses Szenario.

Öffentlicher Mobilfunk vs. eigenes Festival-Netzwerk

Bevor es um die einzelnen Zonen geht, eine grundlegende Frage, die bei jeder Festival-Netzplanung am Anfang steht: Welche Rolle spielt der öffentliche Mobilfunk – und warum reicht er für Veranstalter nicht aus?

Warum das öffentliche Mobilfunknetz nicht genügt

Das öffentliche Mobilfunknetz hat einen entscheidenden Nachteil: Sie als Veranstalter haben keine Kontrolle darüber. Sie können es nicht segmentieren, nicht priorisieren und nicht garantieren, dass Ihre kritischen Systeme darüber funktionieren.

Wenn 30.000 Fans gleichzeitig Fotos und Videos über das Mobilfunknetz teilen, ist die Netzversorgung der Carrier unter Volllast. Ihr Payment-System konkurriert dann mit Instagram-Stories um dieselben Netzkapazitäten – ohne jede Möglichkeit zur Priorisierung. Für Ticket-Scanning am Einlass, Security-Kommunikation und Kassensysteme ist das ein untragbares Risiko. Deshalb führt an einem eigenen, dedizierten Festival-Netzwerk kein Weg vorbei.

WLAN und Private LTE: zwei Technologien für Ihr Festival-Netzwerk

Professionelle Festivals und Großveranstaltungen benötigen eine eigene, dedizierte Netz-Infrastruktur – unabhängig vom öffentlichen Mobilfunk. Dafür stehen zwei Technologien zur Verfügung:

Event-WLAN eignet sich hervorragend für klar definierte Bereiche: Backstage, Vendoren-Zonen, Bürobereiche, Indoor-Locations. Die Technik ist erprobt, die Endgerätekompatibilität hoch, die Preise kalkulierbar.

Private LTE ist die Lösung für weitläufige Festivalgelände und Open-Air-Events, bei denen klassisches WLAN an seine Grenzen stößt. Anders als das öffentliche Mobilfunknetz ist ein privates LTE-Netz exklusiv für den Veranstalter – nicht überlastet, vollständig kontrollierbar und genauso segmentierbar wie WLAN.

In der Praxis kommt auf großen Events oft eine Kombination beider Technologien zum Einsatz. Welche Technologie wo sinnvoll ist, ergibt sich aus der Netzplanung für das jeweilige Festival.

Die drei Netz-Zonen: So planen Sie Ihr Festival-Netzwerk richtig

Jedes professionell geplante Festival-Netzwerk besteht aus drei klar getrennten Zonen – mit jeweils eigenen Anforderungen an Sicherheit, Performance und Verfügbarkeit.

Zone 1: Infrastruktur – das Rückgrat des Festival-Netzwerks

Die Infrastruktur-Zone ist das Rückgrat Ihres Festivals. Hier läuft alles, was veranstaltungskritisch ist – Systeme, bei denen ein Ausfall direkte Konsequenzen hat.

Was zur Infrastruktur gehört:

  • Payment: Kartenterminals, Cashless-Systeme wie RFID-Bändchen, Kassensysteme für Getränke und Speisen an allen Ständen.
  • Security und Einlass: Zutrittskontrolle, Ticket-Scanner, Security-Stationen und Kommunikation auf dem Gelände.
  • Logistik: Warenwirtschaft, Catering-Nachbestellung, interne Auftragssteuerung, Ticket-Informationen.

Gerade bei Payment gelten strenge Sicherheitsanforderungen: Der PCI DSS (Payment Card Industry Data Security Standard) schreibt unter anderem vor, dass Netzwerke mit Zahlungsdaten von anderen Netzen getrennt sein müssen. Segmentierung ist hier also keine Empfehlung, sondern Pflicht.

Verfügbarkeit und Funkdisziplin

Für die Infrastruktur-Zone gelten andere Maßstäbe als für ein Gäste-Netz. Hier geht es um maximale Verfügbarkeit, geringe Reaktionszeiten und ein Netz, das Störungen von vornherein minimiert.

In der Praxis bedeutet das: Das Netz wird so schlank wie möglich gehalten. Unnötiger Datenverkehr wird konsequent unterbunden – eine Art „Funkdisziplin”. Nur was wirklich gebraucht wird, darf ins Netz. Alles andere wird gefiltert, damit die kritischen Dienste jederzeit die volle Leistung bekommen. Wer ein Festival-Netzwerk plant, muss diese Anforderungen von Anfang an in die Architektur einbauen.

Redundanz im Festival-Netzwerk einplanen: Ihr Sicherheitsnetz für den Ernstfall

Was passiert, wenn auf dem Festivalgelände ein Access Point oder eine Mobilfunkstation ausfällt? Wenn ein Switch den Geist aufgibt? Wenn die Internetleitung am Veranstaltungsort kurz wegbricht?

In der Infrastruktur-Zone darf die Antwort nicht lauten: „Dann haben wir ein Problem.” Redundanz bedeutet, dass für jede kritische Komponente ein Backup-Pfad zur Verfügung steht. Eine zweite Internetanbindung, Failover-Systeme, Offline-Fähigkeit der Terminals als Notfallmaßnahme.

Ein einstündiger Payment-Ausfall auf einem Festival mit 50 Verkaufsständen und 10.000 Ticket-Transaktionen und Kassenvorgängen pro Tag kostet schnell fünfstellige Beträge. Dagegen ist die Investition in Redundanz ein günstiger Versicherungsschutz. Wer ein Festival-Netzwerk plant, sollte Redundanz deshalb von Anfang an mitdenken.

Aktives Monitoring: Probleme erkennen, bevor sie entstehen

In der Infrastruktur-Zone sollte nicht erst reagiert werden, wenn etwas ausfällt – sondern vorher. Aktives Monitoring überwacht permanent den Zustand aller Netzwerkkomponenten und schlägt Alarm, bevor es zum Ausfall kommt. Ein Techniker kann dann eingreifen, bevor die Crew oder die Händler etwas merken.

Natürlich ist Monitoring in jeder Zone sinnvoll. Aber es geht immer auch um Wirtschaftlichkeit: Bei einem Gäste-Netz kann man mit längeren Reaktionszeiten leben. Bei Payment, Ticket-Scanning und Security nicht. Hier lohnt sich der Einsatz von Echtzeit-Überwachung. In einer professionellen Netzplanung für Festivals wird deshalb vorab definiert, welche Zonen aktiv überwacht werden und welche nicht.

BYOD in der Infrastruktur: Vorbereitete Netze sparen Zeit

Auch in der Infrastruktur-Zone kommen externe Geräte zum Einsatz. Kassenbetreiber bringen ihre eigenen Terminals mit, Security-Firmen ihre Systeme, Caterer ihre Technik. Das ist kein Problem – solange dies beim Planen des Festival-Netzwerks berücksichtigt wird.

Wenn ein Netz-Segment gezielt für Payment konfiguriert ist, sind die typischen Anforderungen von Terminals bereits berücksichtigt: Ports, Protokolle, Firewall-Regeln. Das spart im laufenden Betrieb enorm Zeit – und im Fall eines Problems herrscht sofort Eindeutigkeit. Liegt es am Netz? Oder am Terminal? Diese Frage lässt sich in einem vorbereiteten Segment in Sekunden beantworten.

Zone 2: Backoffice – das interne Netz im Festival-Netzwerk

Die zweite Zone ist das interne Netz für das Organisationsteam. Hier sitzen die Personen, die das Festival steuern. In der Netzplanung wird das Backoffice oft unterschätzt – dabei hat es ganz eigene Anforderungen.

Andere Regeln als im Gäste-Netz

Im Backoffice ist vieles erlaubt, was im Gäste-Netz streng verboten ist. Mitarbeiter müssen auf gemeinsame Ressourcen zugreifen: Drucker, Dateiserver, Projektmanagement-Tools, geteilte Dokumente und Informationen. Die strikte Geräte-Isolation des Gäste-Netzes würde hier den Arbeitsalltag lahmlegen.

Gleichzeitig muss das Backoffice-Netz nach außen geschützt sein. Interne Dokumente, Verträge und Finanzdaten haben in einem öffentlichen Netz nichts zu suchen.

Interne Kommunikation und Zugang für Partner

VoIP-Telefonie, Messenger, Videokonferenzen mit Partnern und Dienstleistern – die Kommunikation des Teams läuft über das Backoffice-Netz. Externe Partner wie Booking-Agenturen oder Behörden erhalten bei Bedarf gezielten VPN-Zugang, ohne dass das gesamte Netz geöffnet wird. So lässt sich kontrolliert Zugang gewähren, ohne die Sicherheit des internen Netzes zu gefährden. Auch diese Zugänge werden bei der Planung des Festival-Netzwerks vorab definiert.

Zone 3: Public – das Gäste-Netz im Festival-Netzwerk

Das Gäste-Netz ist die Zone, die Ihre Besucher direkt erleben. Hier posten Fans auf sozialen Medien, laden Videos hoch, nutzen die Festival-App für Spielplan-Updates und Navigation und teilen ihre Erlebnisse mit Freunden. Es ist die Zone mit den meisten Personen und den größten Herausforderungen.

Strikte Isolation ist Pflicht

Im Gäste-Netz muss jedes Gerät so behandelt werden, als wäre es allein. Kein Besucher darf die Geräte anderer Personen sehen. Das ist keine optionale Sicherheitsmaßnahme – es ist Grundvoraussetzung für den Betrieb eines öffentlichen Netzes auf Veranstaltungen.

Captive Portal: Rechtssicherheit und Marketing in einem

Wer auf Events ein öffentliches Netz anbietet, benötigt ein Captive Portal – eine Anmeldeseite, die beim ersten Verbinden erscheint. Besucher stimmen den Nutzungsbedingungen zu und erhalten Zugang. Das schafft Rechtssicherheit und bietet gleichzeitig einen Mehrwert:

  • Branding: Die Login-Seite wird zum Touchpoint mit Festival-Logo und Sponsoren.
  • Datengewinnung: DSGVO-konforme Erfassung von E-Mail-Adressen für Newsletter und Informationen zu kommenden Events.
  • Steuerung: Zeitliche Begrenzung, Fair-Use-Drosselung oder gestaffelte Pakete (z. B. Basic kostenlos, Premium gegen Aufpreis).

Bandbreitenmanagement für tausende Besucher

Im Gäste-Netz geht es nicht darum, jedem Besucher maximale Geschwindigkeit zu bieten. Es geht darum, allen Menschen vor Ort eine brauchbare Verbindung zu ermöglichen – auch wenn der Headliner spielt und tausende Fans gleichzeitig Fotos und Videos teilen. Bewusste Drosselung pro Nutzer verhindert, dass einzelne Geräte die Netzkapazitäten blockieren. Wie viel Bandbreite das Gäste-Netz bekommt, wird bei der Planung des Festival-Netzwerks vorab festgelegt.

Praxisbeispiele: So unterschiedlich planen Festivals ihr Netzwerk

Die Segmentierung in drei Netz-Zonen ist kein starres Schema. Je nach Art und Größe des Events und des Geländes verschieben sich die Schwerpunkte. Ein Blick auf verschiedene Festival-Typen zeigt, wie unterschiedlich die Netzplanung ausfallen kann.

Großes Open-Air-Gelände: Wacken Open Air

Beim Wacken Open Air mit rund 80.000 Besuchern auf einem weitläufigen Open-Air-Gelände ist die Herausforderung vorwiegend die Flächenabdeckung. Hier kann Private LTE mit eigenen Masten und Antennen seine Stärken ausspielen. Die Infrastruktur-Zone muss dutzende Verkaufsstände für Getränke und Speisen, Einlass-Punkte mit Ticket-Kontrolle und Security-Stationen am ganzen Ort zuverlässig anbinden. Ein Netzwerk dieser Größenordnung erfordert monatelange Vorplanung.

Cashless-Festival: Parookaville

Das Elektro-Festival Parookaville setzt konsequent auf bargeldloses Bezahlen – rund 225.000 Fans nutzen Cashless-Payment über RFID-Bändchen für Getränke, Speisen und Merchandise. Hier ist die Payment-Zone die absolut kritische Infrastruktur. Ein Ausfall des Netzes bedeutet: kein Umsatz. Keine Ausnahme. Bei einem Cashless-Festival entscheidet die Netzplanung über den wirtschaftlichen Erfolg der gesamten Veranstaltung.

Rock-Festivals mit mehreren Bühnen: Hurricane und Rock am Ring

Beim Hurricane Festival in Scheeßel oder bei Rock am Ring verteilen sich die Besucher über mehrere Bühnen und ein großes Gelände. Die Netzplanung muss berücksichtigen, dass sich die Last dynamisch verschiebt – je nachdem, welche Acts gerade spielen. Wenn 40.000 Fans vom Headliner zur Zweitbühne strömen, wandert die Netzlast mit. Das Gäste-Netz muss das abfangen, ohne dass die Infrastruktur-Zone betroffen ist. Die Höhepunkte des Abends sind oft die Momente mit der höchsten Netzlast.

Elektro-Events: AirBeat One, Rock im Park und weitere Highlights

Das AirBeat One Festival in Mecklenburg-Vorpommern und ähnliche Events haben oft eine besonders hohe Nutzung sozialer Medien: Fans teilen Erlebnisse in Echtzeit, streamen Live-Videos über das 5G-Netz und laden Fotos in hoher Qualität hoch. Auch bei Festivals wie dem Rock im Park oder dem Lollapalooza in Berlin entstehen extreme Spitzenlasten im Gäste-Netz. Umso wichtiger, dass diese Last nicht auf die Infrastruktur-Zone durchschlägt. Ein gut geplantes Festival-Netzwerk mit sauberer Segmentierung stellt genau das sicher.

Fehlersuche im segmentierten Festival-Netzwerk

Auch bei guter Planung des Festival-Netzwerks gilt: Technik kann immer ausfallen. Entscheidend ist nicht, ob Probleme auftreten – sondern wie schnell sie gelöst werden. Ein gut geplantes Festival-Netzwerk macht den Unterschied zwischen fünf Minuten Störung und einer Stunde Chaos.

Das „Internet ist kaputt”-Problem

Auf jeder Veranstaltung kann es diesen Moment geben: Jemand meldet, dass „das Internet nicht funktioniert”. Ohne Segmentierung beginnt eine mühsame Fehlersuche durch das gesamte Netz – ohne jede Hilfe bei der Eingrenzung.

In einem segmentierten Netzwerk ist der erste Schritt trivial: In welcher Zone tritt das Problem auf? Wenn die Infrastruktur-Zone einwandfrei läuft, aber ein einzelnes Payment-Terminal nicht funktioniert, ist die Ursache klar eingegrenzt. Der Kassenbetreiber kann sich sofort an seinen Terminal-Dienstleister wenden. Diese Eindeutigkeit ist die größte Hilfe im Ernstfall – und ein direktes Ergebnis einer sauberen Netzplanung.

Klare Zuständigkeiten dank segmentiertem Netzwerk

Segmentierung schafft Eindeutigkeit. Jede Zone hat einen definierten Verantwortlichen und klare Informationen über den Netzzustand. Wenn in der Gäste-Zone etwas ausfällt, ist das ärgerlich – aber nicht veranstaltungskritisch. Wenn in der Infrastruktur-Zone etwas ausfällt, greift sofort das Eskalationsmodell. Klare Zuständigkeiten sorgen dafür, dass die richtige Person am richtigen Ort sofort zur Hilfe ist.

Proaktiv statt reaktiv: Monitoring im Festival-Netzwerk

Aktives Monitoring erkennt Auffälligkeiten, bevor sie zum Ausfall werden. Ein Access Point mit ungewöhnlicher Last, eine Mobilfunk-Station mit Fehlermeldungen, eine Leitung mit einbrechendem Durchsatz – all das lässt sich in einem segmentierten Netz gezielt überwachen und beheben, ohne die anderen Zonen zu beeinflussen.

Festival-Netzwerk planen: So dimensionieren Sie die drei Zonen

Die richtige Planung beginnt Wochen vor dem Aufbau auf dem Festivalgelände – nicht am Aufbautag. Hier sind die wichtigsten Orientierungspunkte, wenn Sie das Netzwerk für Ihr Festival planen.

Bandbreitenverteilung als Richtwert

Eine bewährte Faustregel für die Verteilung der Gesamtbandbreite auf dem Festival:

  • Public (Gäste-Netz): 40–50 % – hoher Bedarf, aber drosselbar und räumlich begrenzbar.
  • Infrastruktur: 30–40 % – weniger Personen, aber höchste Priorität und garantierte Bandbreite.
  • Backoffice: 10–20 % – überschaubarer Bedarf, stabile Grundversorgung.

Diese Richtwerte variieren je nach Festivalgröße und Art der Veranstaltung. Ein Festival mit 80 Cashless-Ständen braucht mehr Infrastruktur-Bandbreite als eines mit überwiegend Bargeld-Betrieb.

Nutzer und Peak-Zeiten in die Planung des Festival-WLANs einbeziehen

Die entscheidende Frage ist nicht „Wie viele Besucher kommen?”, sondern „Wie viele sind gleichzeitig online – und wann?”

Peak-Zeiten im Gäste-Netz sind vorhersehbar: vor dem Headliner (Warten = Handy), zwischen den Acts (Informationen abrufen per Festival-App), nach großen Auftritten (Fotos und Videos teilen, Erlebnisse festhalten). Wer diese Spitzen bei der Netzplanung berücksichtigt, vermeidet Engpässe im WLAN und bei der Mobilfunkversorgung.

Für die Infrastruktur-Zone sind die Peaks andere: Einlass-Rush, Stoßzeiten an Getränke- und Speisen-Ständen, Ticket-Kontrollen bei Bühnenwechseln. Vorausschauende Planung mithilfe von Erfahrungswerten ist hier entscheidend.

Checkliste: Die 10 wichtigsten Fragen, bevor Sie Ihr Festival-Netzwerk planen

  1. Wie groß ist das Festivalgelände?
  2. Wie viele Besucher erwarten Sie – und wie viele gleichzeitig auf dem Gelände?
  3. Welche Payment-Systeme kommen zum Einsatz (Kartenterminals, Cashless via Bändchen, gemischt)?
  4. Wie viele Verkaufsstände und Einlass-Punkte gibt es am Veranstaltungsort?
  5. Brauchen Security und Einlass eine eigene Netzanbindung?
  6. Wie groß ist das Backoffice-Team vor Ort?
  7. Gibt es externe Partner, die Netzzugang benötigen?
  8. Soll das Gäste-Netz kostenlos, kostenpflichtig oder gestuft sein?
  9. Welche Internetanbindung steht am Ort der Veranstaltung zur Verfügung oder muss diese errichtet werden?
  10. Welche Maßnahmen zur Redundanz sind für die Infrastruktur-Zone gewünscht?

Häufige Fragen zum Planen Ihres Festival-WLANs

Reicht das öffentliche Mobilfunknetz für mein Festival aus?

Für die persönliche Mobilfunkversorgung der Besucher sorgen Telekom, Vodafone und Telefónica mit temporären Mobilfunk-Stationen, MRTs und zusätzlichen Masten. Aber als Veranstalter haben Sie über dieses Mobilfunknetz keine Kontrolle. Für Payment, Security, Einlass und Backoffice brauchen Sie ein eigenes, segmentiertes Festival-Netzwerk – ob WLAN oder Private LTE.

Was ist der Unterschied zwischen WLAN und “Private LTE“ im Festival-Netzwerk?

WLAN deckt definierte Bereiche mit hoher Bandbreite ab. Private LTE bietet über eigene Mobilfunk-Stationen und Masten größere Reichweiten und eignet sich für weitläufige Festivalgelände und Open-Air-Veranstaltungen. Beide Technologien können segmentiert werden – und oft ergänzen sie sich bei der Planung eines Festival-Netzwerks.

Woher kommt der Strom für die Netz-Infrastruktur am Veranstaltungsort?

Die Stromversorgung auf dem Festivalgelände erfolgt über das Stromnetz vor Ort oder über Generatoren. Für die Netzwerk-Infrastruktur ist eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) eine wichtige Maßnahme – ein Stromausfall soll nicht gleichzeitig das gesamte Netz lahmlegen.

Wie viele Stationen oder Access Points benötigt mein Festival?

Das hängt von der Größe des Geländes, der Anzahl der Besucher, der gewünschten Abdeckung und der Art der Veranstaltung ab. Pauschale Preise oder Stückzahlen gibt es nicht – die Netzplanung sollte immer individuell auf Ihr Festival zugeschnitten sein.

Wann sollte ich mit der Planung meines Festival-Netzwerks beginnen?

So früh wie möglich. Die Planung des Festival-Netzwerks sollte idealerweise mehrere Wochen vor dem Event beginnen – nicht erst beim Aufbau. Je komplexer das Festival, desto mehr Vorlauf braucht die Netzplanung: Geländebegehung, Technologie-Entscheidung, Abstimmung mit Payment-Anbietern und Security, Beschaffung und Konfiguration der Hardware.

Wir planen Ihr Festival-Netzwerk

Ein professionell segmentiertes Netz auf Ihrer Veranstaltung ist kein Luxus – es ist die Grundlage für einen reibungslosen Ablauf. Es schützt Ihre kritischen Systeme, gibt Ihren Besuchern ein gutes Erlebnis und sorgt dafür, dass im Ernstfall die richtigen Personen sofort am richtigen Ort arbeiten.

Wir planen und betreiben Festival-Netzwerke jeder Größe – von der Firmenveranstaltung in Berlin bis zum Open-Air-Festival mit zehntausenden Fans. Segmentierung, Redundanz und Monitoring sind bei uns keine Zusatzoptionen, sondern Standard.

Lassen Sie uns gemeinsam Ihr Festival-Netzwerk planen.

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