Social-Media Marketing – vor dem Event

Social-Media ist nicht nur ein Tool oder eine Maßnahme im Marketing-Besteckkasten. Social-Media ist Teil der modernen Kommunikationskultur. Egal ob diese Art des Austausches privat mag oder nicht – im Business-Umfeld kommt nicht mehr daran vorbei. Es lohnt sich also in jedem Fall die Möglichkeiten von Social-Media unter die Lupe zu nehmen und in das eigene Event-Konzept einzubetten. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Plattform Instagram, die derzeit eine enorme Popularität genießt. Die meisten Annahmen gelten aber auch allgemein für andere Plattformen.

Alle Artikel dieser Serie:

  1. Tipps für Ihren Social Media Auftritt
  2. Social-Media Marketing – vor dem Event
  3. Social-Media Marketing – auf dem Event

 

Was ist Instagram?

Instagram ist die derzeit beliebteste Plattform für die Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen. Beliebter sind in dieser Altersgruppe lediglich der Messenger WhatsApp und die Videoplattform YouTube (statista.com / 2018). Das zeigt schon, für welche Zielgruppe Instagram als Marketing Tool besonders effektiv ist. Aber auch insgesamt (also alle Altersgruppen eingeschlossen) belegt Instagram immerhin Rang fünf bei den meist genutzten Social Media Plattformen.

Diagramm Instagram nach Altersgruppen

Bei Instagram dreht sich alles um Bilder und mittlerweile auch um Videos. In der alltäglichen Verwendung werden diese mit dem Smartphone aufgenommen und auf der Plattform gepostet. Zusätzlich können Texte und vor allem Hashtags (das # Zeichen) hinterlegt werden. Die Hashtags stellen dabei ein Stichwort dar, das die Postings thematisch kategorisiert und durchsuchbar macht. Aber dazu gleich mehr.

Für welche Zielgruppe eignet sich Instagram?

Diese Frage wird von der nebenstehend Grafik recht eindeutig beantwortet. Die Gruppe der 18 – 35-Jährigen erreicht man über diese Plattform recht zuverlässig – eine recht große Gruppe also die für viele Events von Bedeutung ist.

Instagram Kampagne starten

Wenn Sie Instagram für Ihr Unternehmen oder Events einsetzen möchten, erstellen Sie sich auf jeden Fall einen Business-Account. Dieser bietet im Unterschied zu privaten Accounts einige Vorteile wie z . B. Statistiken und die Möglichkeit Werbung zu schalten. Wenn das getan ist, geht es an den Aufbau einer Community.

Wie so oft beim Thema Social Media geht es auch hier um gute Inhalte und geschickte Texte bzw. Hashtags.

Hashtags festlegen

Hastags werden genutzt, um Postings einem bestimmten Thema zuzuordnen.

Zunächst sollten Sie sich einen eigenen, möglichst kurzen Hashtag für Ihr Projekt überlegen – idealerweise der Name des Events (Beispiel: Für den „Digital Congress in Hamburg 2020 könnte das Hashtag z. B. lauten #dch20). Diese Zeichenfolge schreiben Sie ab sofort unter jedes Posting, das Sie im Zusammenhang mit Ihrer Kampagne erstellen.

Zusätzlich können Sie passende, populäre Hashtags unter Ihren Postings verwenden. Für den Digital Congress in Hamburg würde es sich anbieten, das Hashtag #hamburg zu nutzen. Außerdem würde sich #digitalmarketing anbieten, denn für dieses gibt es bereits über 8 Millionen Einträge – recht populär also. Schauen Sie einfach mal in der Instagram App welche passende Hashtags es gibt und wie populär diese sind.

Gute Inhalte erstellen

Gute Inhalte zu erstellen wird Sie Zeit kosten. Man sollte sich also überlegen, ob man regelmäßig (mindestens) 1h in der Woche dafür aufbringen kann Inhalte zu erstellen und Lust hat, täglich auf Nutzerinteraktionen zu reagieren.

Denn wie bei vielen anderen Marketingmaßnahmen wird es Zeit, regelmäßige gute Inhalte und eine lebhafte Interaktion mit den Nutzern brauchen, bis eine größere Zahl an Followern gewonnen werden kann.

Auf Instagram gibt es verschiedene Arten von Inhalten. Zunächst, ganz klassisch, Fotos und Videos mit einer Länge von maximal 60 Sekunden. Zusätzlich gibt es die sogenannten Storys. Das sind aneinander gereihte Bilder oder Videoclips, die eine kleine Geschichte erzählen. Und dann gibt es noch den Videobereich – das sogenannte „Instagram TV“ (IGTV). Hier lassen sich auch Videos einstellen die länger als 60 Sekunden dauern.

Die Inhalte sind klar der entscheidende Faktor. Jeder Instagram-Nutzer scrollt jeden Tag durch eine Flut von Bildern und Videos. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen um herauszustechen. Postings sollten daher möglichst professionell, originell und interessant sein. Leicht gesagt, was? Aber woher bekommt man denn nun Ideen für Postings, die all das erfüllen. Das ist eigentlich gar nicht so schwer.

Professionell

Für regelmäßige Postings möchte man nicht jedes Mal einen Grafiker beauftragen, klar. Glücklicherweise gibt es im Internet einige Tools, mit denen sich sehr einfach hübsche Grafiken erstellen lassen. Probieren z. B. mal das Tool canva.com oder die App PicLab aus.

Originell

Hier ist es am wichtigsten rein werbliche Inhalte zu vermeiden. Die dritte Variation des Werbeflyers für Ihr Event zu posten ist nicht sehr originell. Ein kurzer Clip wie die fleißigen Mitarbeiter gerade die Namensschilder zusammenbasteln ist es schon eher. Geben Sie z. B. Einblicke in Bereiche, die Gäste sonst nichts zu sehen bekommen und gewähren Sie so einen Blick hinter die Kulissen. Inszenieren Sie die Highlights mit coolen Fotos oder offenbaren Sie überraschende Fakten und Statistiken die zum Thema passen. Prüfen Sie am besten, ob Ihr Posting einen gewissen Aha- oder Wow-Effekt hat.

Interessant

Posten Sie keine Inhalte, die betonen wie super Ihr Event wird oder die all zu offensiv dazu auffordern, sich nun doch bitte anzumelden. Machen Sie sich stattdessen interessant. Z. B. „Was ist das spannendste Thema auf Ihrem Event – und warum ist es für Ihre Follower bedeutsam?“.  Stellen Sie interessante Gäste vor – z. B. mit einem markanten Zitat über dem Foto, das Sie dann im Textbereich weiter ausführen können.

Je nach Event eignen sich auch Contests. So könnte z. B. jeder Nutzer, der in den Kommentaren einen Freund verlinkt einen Gutschein bekommen – ein persönlicher Vorteil also. Der erwähnte Freund wird außerdem von Instagram über die Markierung informiert – und schon haben sie eine kleine Empfehlung und einen neuen potenziellen Follower.

Posten Sie regelmäßig

Instagram Profile deren letzter Post 6 Monate alt ist, sind tot und auch etwas peinlich. Es ist sinnvoll, sich einen Plan zu machen der auch realistisch ist. Jeden Freitag ein Posting? Das klingt realistisch und überfordert die Follower auch nicht. Man muss hier ein gutes Mittelmaß finden, das zum Thema passt. Wenn Sie Instagram Marketing für Ihre Agentur betreiben, kann die Frequenz sicher größer sein, als wenn es um ein Event geht, das in 7 Tagen stattfindet. Man sollte den Aufwand für gute Postings nicht unterschätzen, auch wenn es „nur“ ein Bild oder ein kleiner Clip ist.

Fazit

Wenn man Spaß daran hat interessante Inhalte zu entwickeln, kann Instagram ein Tool sein die eigene Marke (Unternehmen oder Event) interessant und spannend positioniert. Damit lässt sich Aufmerksamkeit erzeugen, die durchaus dazu führen kann, dass sich die eigene Botschaft verbreitet. Die Effekte sind aber eher indirekt und ähneln eher einer Imagekampagne als einer Werbemaßnahme, der sich direkt Bestellungen oder Buchungen als Erfolgsparameter gegenüber stellen lassen. Betrachten Sie Instagram als einen guten Bekannten, dem sie regelmäßig etwas Interessantes aus Ihrem Arbeitsalltag erzählen. Dann ist es vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Die häufigsten Fehler

Posten aus der eigenen Perspektive

Häufig wird beim Erstellen der Postings zu sehr aus der eigenen Perspektive gedacht. Klar, wenn ein Event ansteht, dreht sich im Unternehmen alles wie selbstverständlich um dieses Projekt. Für alle anderen da draußen gilt das aber nicht. Drehen sich Postings zu sehr um sich selbst oder beteuern ständig, dass man dieses Event keinesfalls verpassen sollte werden diese sicher mit Ignoranz bestraft und keine Likes erhalten.

Lösung: Versetzen Sie sich in die Situation Ihrer Follower. Diese wollen hauptsächlich die Inhalte ihrer Freunde (und süße Tierfotos) sehen. Um auch Ihrem Posting Aufmerksamkeit zu schenken, muss es irgendwie einen Mehrwert für den Einzelnen haben. Entwickeln Sie ein Gefühl dafür, was funktioniert. Scrollen Sie auch durch andere Accounts. Wo denken Sie „laaaangweilig“ und wo „ach, interessant“. Ihr letztes Posting hat Ihnen 20 Herzen (Instagram-Likes) beschert? Dann stimmte die Richtung schon mal.

Stark anfangen und dann stark nachlassen

Am Anfang ist die Euphorie oft groß. Hurra – wir starten einen Instagram Kanal. Es gibt erste Ideen für gute Inhalte und für die ersten Tage oder Wochen steht ausreichend Content bereit. Doch irgendwann sind andere Dinge wichtiger (Immer dieses Tagesgeschäft…) und der Instagram Account gerät in Vergessenheit. Die Frequenz der Postings wird größer, die Ideen weniger und überhaupt – bisher kam auch nicht wirklich was dabei rum. Brauchen wir das überhaupt?

So oder so ähnlich endete schon so manche Instagram Kampagne. Aber das lässt sich vermeiden.

Lösung: Wenn Sie merken, dass die Pflege des Accounts (gleiches gilt ja auch für alle anderen Plattformen) nicht mehr in Ihr Zeitbudget passt, delegieren Sie einfach. Einfach? In jedem Unternehmen gibt es meistens eine Person, die einfach Spaß an sozialen Medien hat. Finden Sie sie. Wenn Sie Ihren Account nicht aus der Hand geben wollen (warum eigentlich nicht?), machen Sie sie zum Social Media Redakteur, der Ideen für Inhalte generiert, diese Erstellt und Ihnen präsentiert. Irgendwann kann der oder diejenige den Account vielleicht auch komplett selbst betreuen. Leute die wirklich Bock auf Social Media haben sind der Motor einer guten Kampagne. Wenn Sie selbst und auch keiner Ihrer Mitarbeiter Lust und Zeit haben, dann gibt es eigentlich nur noch zwei Optionen. Verzichten Sie auf Instagram (lieber nicht gemacht als schlecht gemacht) oder beauftragen Sie einen externen Experten. Es gibt da draußen unzählige Freelancer die Social Media Accounts für Unternehmen betreuen. Viele (nicht alle! – prüfen Sie die Referenzen) haben viel Erfahrung und sind sehr kreativ. Das wird ein bisschen was kosten und sie werden teilweise auch die Inhalte liefern müssen (denn diese können ja nur aus dem Unternehmen kommen). Aber ein guter Social Media Manager wird Sie freundlich aber beständig „nerven“ bis er hat, was er braucht und Ihnen mit Ideen und Vorschlägen aushelfen. Es ist gut investiertes Geld – schließlich geht es hier um Ihre Außenwirkung.

Ungeduld

Früher war die Sache klar: einen Euro investieren, zwei gewinnen. ja, der gute alte „Return of invest“ ist natürlich immer noch ein Faktor, den man bedenken sollte. Aber im Content-Marketing (und da zähle ich Instagram jetzt mal mit rein) ist die Sache leider nicht so klar sichtbar. Wer nach 2 Monaten 500 Follower erwartet wird enttäuscht sein. Wer den Instagram-Effekt nach 3 Monaten in seiner Umsatzkurve sucht wird ebenfalls nicht glücklich sein. Es ist wie mit einem neuen Hobby. Man fängt an, probiert herum, macht Fehler, wird besser und irgendwann hat man den Flow.

Lösung: Betrachten Sie auch Social Media als Ihr neues Hobby. Erwarten Sie wenig, legen Sie los und haben Sie Geduld. Aber bleiben Sie am Ball. Überwinden Sie auch kleine Widerstände: soll ich wirklich ein Foto vom Pausenraum mit dem Rocky 3 Poster an der Wand zeigen und einen Blick hinter die Kulissen gewähren? Nun – warum nicht? Glatte Unternehmenskommunikation mit gestellten Fotos vor Fototapeten war gestern. Zeigen Sie Herz und Witz, haben Sie Humor und nehmen Sie sich selbst nicht zu ernst. Bleiben Sie seriös aber locker und unverkrampft. Dann wird sich der Erfolg einstellen und Ihre Follower fühlen sich gut unterhalten.

So könnte ein Post aussehen, der auf den Digital Congress neugierig macht.

Option: Influencer finden

Wenn Sie einen Weg gefunden haben regelmäßig guten Content zu erstellen, eine kleine aber feine Zahl an Followern haben und überhaupt mit Instagram im Flow sind, wird vielleicht Zeit für einen kleinen Boost. Dabei können Influencer helfen. Influencer sind Instagram-Nutzer, die besonders viele Follower haben und deren Postings somit von sehr vielen Menschen gesehen werden. Schauen Sie einfach mal über die Suchfunktion nach Accounts, die in Ihr Thema passen und besonders viele Follower haben (also mindestens mehrere Tausend). Nun können Sie zu dieser Person Kontakt aufnehmen und sie fragen, ob Sie Ihr Thema interessant findet und ein darüber posten möchte. Natürlich muss es für den jeweiligen Influencer attraktiv sein – überlegen Sie also, was Sie als Gegenleistung anbieten können. Am naheliegendsten ist es, im Gegenzug ihrerseits ein Posting auf Ihrem Profil anzubieten.

 

Wenn Sie sich für den Einsatz von Social-Media auf dem Event selbst interessieren, lesen Sie den nächsten Artikel dieser Serie:

Social-Media Marketing – auf dem Event

 

Vielen Dank für Ihre Zeit

Danke fürs Lesen dieses Artikels. Ich hoffe, die eine oder andere Information hat Ihnen geholfen. Natürlich würde uns interessieren welche Erfahrungen Sie mit Social Media auf Ihren Events gemacht haben oder ob Sie einige Punkte vielleicht anders sehen. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder daran interessiert sind Social Media zukünftig auf Ihren Events einzusetzen, kontaktieren Sie uns gerne direkt: info@eventnet.de

 

Max Pohl
Marketing & Digitale Dienste
max.pohl@eventnet.de

 

 Jetzt unseren Newsletter abonnieren

 maximal einmal im Monat